E Auto laden

Wie funktioniert Laden beim Elektroauto / E-Auto?

1. Grundlagen: Energie und Verbrauch

Die Batterie im Auto benötigt Gleichstrom (DC · direct current).
Zu Hause steht aber Wechselstrom (AC · alternating current) zur Verfügung.

Damit das Laden trotzdem funktioniert, ist im Fahrzeug ein Onboard-Ladegerät eingebaut.
Dieses enthält einen Gleichrichter, der den Wechselstrom in Gleichstrom umwandelt.
Es bestimmt auch, wie viel Leistung das Fahrzeug beim AC-Laden aufnehmen kann · und das ist je nach Hersteller und Modell unterschiedlich.

Elektroautos haben unterschiedliche Akkukapazitäten · aktuell zwischen etwa 30 und 110 Kilowattstunden.
Der Verbrauch liegt · je nach Fahrzeug, Fahrweise und Temperatur · zwischen 13 und 25 Kilowattstunden pro 100 Kilometer. Das kann natürlich auch mehr sein.

Zum Vergleich: 1kWh ist ca.

1 Wäsche mit 60 °C in der Waschmaschine
1 Stunde Staubsaugen
Wasserkocher: etwa 10 × 0,5 Liter kochen

2. Laden zu Hause (AC-Laden)

Entscheidend ist also:
Wie viel Leistung kann dein Haus liefern · und wie viel kann dein Auto aufnehmen?

Mit einer typischen Wallbox lädst du zu Hause mit 11 Kilowatt.
Manche Häuser können auch 22 Kilowatt bereitstellen · wenn der Anschluss dafür ausgelegt ist.

Beispiel:
Hat dein Auto eine 88-kWh-Batterie, dauert eine Vollladung an einer 11-kW-Wallbox etwa acht Stunden.
Mit 22 Kilowatt wären es theoretisch rund vier Stunden · in der Praxis oft etwas länger.

3. Haushaltssteckdose · besser nicht!

An einer normalen Haushaltssteckdose lädst du nur mit etwa 2,3 Kilowatt (230 Volt und 10 Ampere).
Das bedeutet: etwa 38 Stunden Ladezeit · also fast zwei Tage!

Technisch wären zwar 3,7 Kilowatt (230 V × 16 A) möglich,
aber nicht dauerhaft sicher · Brandgefahr!

Darum gilt:
Immer über eine Wallbox laden, nie über eine gewöhnliche Steckdose.

Dauerladen über ca. 3 kW an einer normalen Steckdose vermeiden (bei 230 Volt sind das 13 Ampere) · die Leitungen sind dafür meist nicht ausgelegt. Wenn du keine Wallbox hast, nutze ein Schutzladekabel (ICCB In-Cable Control Box bzw. Notladekabel genannt) mit integrierter Überwachung, das Temperatur und Strom begrenzt.

4. Ladegeschwindigkeit und Ladeverlauf

Eine Batterie lädt am Anfang schneller, am Ende langsamer.
Man kann sich das vorstellen wie auf einem großen Parkplatz:
Am Anfang findet man leicht freie Plätze · aber je voller es wird, desto länger dauert es, bis noch eine Lücke frei ist. 

Deshalb sprechen Hersteller fast immer von 10-80 % Ladezeit: In diesem Bereich lädt die Batterie am schnellsten und effizientesten. Sonst würde die Batterie heißer werden und das BMS (Batterie Management System schont den Akku indem zum Schluß die Ladeleistung gebremst wird.)

5. Schnelles Laden unterwegs (DC-Laden)

Unterwegs sieht es anders aus:
An Schnellladestationen (HPC = High Power Charging) wird direkt mit Gleichstrom (DC) geladen ·
ohne Umwandlung im Fahrzeug.

Diese DC-Ladesäulen liefern 50, 150 oder bis zu 350 Kilowatt.
Im MCS-Standard für Lkw sind sogar bis zu 1000 Kilowatt möglich.

Beispiel:
Wenn dein Auto eine 88-kWh-Batterie hat
und mit 350 Kilowatt laden kann,
geht das sehr schnell:
von 10 auf 80 Prozent in etwa 15 Minuten ·
bei optimalen Bedingungen: warme Batterie, gute Kühlung, leistungsfähiges BMS.

6. Sicherheit und Batteriemanagement

Das Batteriemanagementsystem (BMS) spielt dabei eine zentrale Rolle.
Es überwacht Temperatur, Spannung und Stromstärke
und kommuniziert mit der Ladesäule.

So wird genau geregelt, wie viel Leistung die Batterie verträgt.
Zu viel Strom würde sie überhitzen oder schädigen.
Darum begrenzen viele Hersteller die maximale DC-Ladeleistung ·
zum Beispiel auf 150 Kilowatt ·
um den Akku zu schützen und seine Lebensdauer zu verlängern.

7. Kosten des Ladens

Auch der Preis spielt eine Rolle:

  • Zu Hause: je nach Tarif 25 – 40 Cent pro Kilowattstunde
  • Unterwegs (DC-Schnelllader): meist 40 – 80 Cent pro Kilowattstunde,
    je nach Anbieter und Tarif.
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